So funk­tio­niert die Stand­ort­be­stim­mung per WLAN und Blue­tooth

Android-Gerä­te suchen und fin­den ver­füg­ba­re WLAN-Net­ze und Blue­tooth-Gerä­te in ihrer nähe­ren Umge­bung.

Ist Goog­le die Posi­ti­on die­ser WLAN-Net­ze oder Blue­tooth-Gerä­te bekannt, kann dar­über eine Stand­ort­be­stim­mung vor­ge­nom­men wer­den.

Über­schnei­den sich meh­re­re Net­ze, wird dabei eine hohe Genau­ig­keit erreicht.

„Android über­mit­telt Stand­ort Hun­der­te Mal am Tag zu Goog­le” (Hei­se-Online)

Neben Goog­le gibt es wei­te­re Diens­te, die WLAN-basier­te Ortung nut­zen.

WLAN-basier­te Ortung (Wiki­pe­dia)

 

Woher kennt Goog­le die Posi­ti­on der WLAN-Net­ze und Blue­tooth-Gerä­te?

Zum Einen wer­den WLAN-Net­ze im Rah­men der Fahr­ten für Street-View erfasst.

„Street-View-Autos scan­nen pri­va­te Funk­net­ze” (Hei­se-Online)

Dar­über hin­aus über­tra­gen vie­le Android-Gerä­te per­ma­nent aktu­el­le Daten über neue und geän­der­te WLAN-Net­ze an Goog­le.

Sofern kei­ne spe­zi­el­len Ein­stel­lun­gen am Gerät vor­ge­nom­men wer­den, kann prak­tisch jedes Android-Gerät Goog­le als Daten­quel­le die­nen.

Blue­tooth-Gerä­te wer­den bei­spiels­wei­se in Schau­fens­tern zum Zwe­cke des Trackings posi­tio­niert.

 

Wie kann ver­hin­dert wer­den, dass das eige­ne WLAN-Netz von Goog­le erfasst wird?

Es besteht die Mög­lich­keit, einer Erfas­sung des eige­nen WLAN-Net­zes per Opt-Out zu wider­spre­chen.

Dafür soll­te die SSID des WLAN-Net­zes um den fol­gen­den Zusatz erwei­tert wer­den:

_optout_nomap

(_optout wird von Micro­soft akzep­tiert, Goog­le und wei­te­re Diens­te akzep­tie­ren _nomap)

_nomap muss in jedem Fall am Ende ste­hen!

„Ein­fa­ches WLAN-Opt-Out aus Geo-Daten­bank” (Hei­se-Online)

 

Die Stand­ort­be­stim­mung per WLAN und Blue­tooth deak­ti­vie­ren

Die per­ma­nen­te Suche nach ver­füg­ba­ren WLAN-Net­zen und Blue­tooth-Gerä­ten benö­tigt Strom und ver­rin­gert dadurch die Akku­lauf­zeit.

Aus die­sem Grund kann es sinn­voll sein, WLAN und Blue­tooth abzu­schal­ten, wenn die­se Funk­tio­nen nicht benö­tigt wer­den.

Dabei reicht es nicht aus, WLAN und Blue­tooth ledig­lich über die Schnell­ein­stel­lun­gen zu deak­ti­vie­ren. Bei­de Funk­tio­nen blei­ben ggf. zum Zwe­cke der Stand­ort­be­stim­mung im Hin­ter­grund wei­ter­hin aktiv.

Um dies zu ver­hin­dern, sind wei­te­re Ein­stel­lun­gen am Android-Gerät not­wen­dig.

Bei älte­ren Gerä­ten muss zusätz­lich sicher­ge­stellt wer­den, dass unter den „Erwei­ter­ten WLAN-Ein­stel­lun­gen” die Funk­ti­on „Suche/Scannen immer ver­füg­bar” deak­ti­viert ist.

Ab Android 6.0 wer­den ent­spre­chen­de Ein­stell­mög­lich­kei­ten für WLAN und Blue­tooth sepa­rat unter dem Ein­stel­lungs­me­nü „Stand­ort => Suche” bereit­ge­stellt.

Ab Android 7.0 befin­den sich die­se Ein­stel­lun­gen auch unter:
Ein­stel­lun­gen => Ver­bin­dun­gen => Stand­ort => Genau­ig­keit ver­bes­sern

Anlei­tung (www.tutonaut.de)

Um die Gesamt­pro­ble­ma­tik zu ver­tie­fen und als kon­kre­te Anlei­tung für Gerä­te ab Android 6.0 sei die­se Anlei­tung auf You­Tube emp­foh­len:

Anlei­tung (You­Tube)

Nur wenn auch die o.g. Ein­stel­lun­gen vor­ge­nom­men wur­den, stellt das Gerät bei deak­ti­vier­tem WLAN oder Blue­tooth die per­ma­nen­te Suche nach ver­füg­ba­ren WLAN-Net­zen und Blue­tooth-Gerä­ten tat­säch­lich ein.

 

Die Stand­ort­erfas­sung durch Goog­le ver­hin­dern

Mög­lich­keit 1: Die Erfas­sung der Stand­ort­da­ten tech­nisch unter­bin­den

Um eine Stand­ort­erfas­sung durch Goog­le per GPS zu ver­hin­dern, muss die GPS-Funk­ti­on des Geräts wir­kungs­voll deak­ti­viert sein.

Dar­über hin­aus soll­te Funk­ze­l­len­or­tung unter­bun­den wer­den (Flug­mo­dus, Gerät abschal­ten). Das Ent­fer­nen der SIM-Kar­te reicht dafür nicht aus.

Arti­kel des US-Maga­zins Quartz zur Funk­ze­l­len­or­tung durch Goog­le (eng­lisch)

Ohne die­se Maß­nah­men kön­nen Stand­ort­da­ten auch bei deak­ti­vier­tem WLAN und Blue­tooth erho­ben und an Goog­le gesen­det wer­den.

Selbst wenn kei­ne Inter­net­ver­bin­dung besteht, kön­nen die Daten im Gerät pro­to­kol­liert und im Rah­men der nächs­ten Inter­net­ver­bin­dung an Goog­le gesen­det wer­den.

Bericht vom Sen­der Fox-News zum Spei­chern und Über­tra­gen der Daten ohne Inter­net­ver­bin­dung (eng­lisch)

Fazit:

Soll die Erfas­sung der Stand­ort­da­ten tech­nisch ver­hin­dert wer­den, ist das Gerät nicht ein­mal mehr zum Tele­fo­nie­ren nutz­bar.

Mög­lich­keit 2: Wider­spruch gegen die Spei­che­rung der Stand­ort­da­ten durch Goog­le

Als Alter­na­ti­ve dazu kann Goog­le durch bestimm­te Ein­stel­lun­gen im Goog­le-Kon­to ange­wie­sen wer­den, die erfass­ten Stand­ort­da­ten nicht zu spei­chern.

Dafür müs­sen im Goog­le-Kon­to die fol­gen­den Ein­stel­lun­gen deak­ti­viert wer­den:

„Web- und App-Akti­vi­tä­ten” deak­ti­vie­ren:

Anlei­tung (Goog­le)

„Stand­ort­ver­lauf” deak­ti­vie­ren:

Anlei­tung (Goog­le)

Wider­spruch gegen die Nut­zung von Bewe­gungs­pro­fi­len

Auch die Netz­be­trei­ber sam­meln Bewe­gungs­da­ten ihrer Kun­den.

Wenn nicht wider­spro­chen wird, stel­len Tele­fó­ni­ca und Tele­kom anony­mi­sier­te Kun­den­da­ten Drit­ten zur Ver­fü­gung.

Hier kann wider­spro­chen wer­den: